Studie zur Klimaschutzwirkung von Flussauen in Deutschland: Entwicklung einer Methodik zur bundesweiten Treibhausgasbilanzierung von Auen sowie Quantifizierung des Kohlenstoffspeicherpotenzials naturnaher und renaturierter Auen bis Oktober 2029.
Öffentliche Ausschreibung
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)
Nordrhein-Westfalen
Köln
Bonn, Kreisfreie Stadt
DE-53179 Bonn
01.10.2026
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Konstantinstraße 110
53179 Bonn
Auftragsbekanntmachung
Öffentliche Ausschreibung nach Haushaltsrecht
Liefer- / Dienstleistungsauftrag.
1. Öffentlicher Auftraggeber (Vergabestelle)
a) Hauptauftraggeber (zur Angebotsabgabe auffordernde Stelle)
Name: Bundesamt für Naturschutz
Straße, Hausnummer: Konstantinstraße 110
Postleitzahl (PLZ): 53179
Ort: Bonn
E-Mail: Ref-Z4@bfn.de
Internet-Adresse: http://www.bfn.de
b) Zuschlag erteilende Stelle
Wie Hauptauftraggeber siehe a).
2. Angaben zum Verfahren
a) Verfahrensart
Öffentliche Ausschreibung nach Haushaltsrecht
b) Vertragsart
Liefer- / Dienstleistungsauftrag
c) Geschäftszeichen
3526810600 - Fe
3. Angaben zu Angeboten
a) Form der Angebote
elektronisch
b) Fristen
Ablauf der Angebotsfrist
01.10.2026 - 12:00 Uhr
Ablauf der Bindefrist
30.11.2026
c) Sprache
Deutsch.
4. Angaben zu Vergabeunterlagen
a) Vertraulichkeit
Die Vergabeunterlagen stehen für einen uneingeschränkten und vollständigen direkten Zugang gebührenfrei zur Verfügung unter https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?id=885555
b) Zugriff auf die Vergabeunterlagen
Vergabeunterlagen werden nur elektronisch zur Verfügung gestellt
c) Zuständige Stelle
Hauptauftraggeber siehe 1.a)
d) Anforderungsfrist
01.10.2026 - 12:00 Uhr.
5. Angaben zur Leistung
a) Art und Umfang der Leistung
Intakte Gewässer und Auen haben einen bedeutenden gesellschaftlichen Nutzen, denn neben dem Erhalt der Artenvielfalt, der Verbesserung der Wasserqualität und der Erholungsnutzung leisten sie zentrale Beiträge zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz. Mit Blick auf den Klimaschutz belegen verschiedene Studien, dass flussbzw. auenbezogene Ökosysteme große Mengen Kohlenstoff speichern, und ihre Renaturierung zur Verringerung von Treibhausgas-Emissionen (THG) beiträgt . Regelmäßige Überflutungen, ein strukturreiches Auenrelief und höhere Grundwasserspiegel in Auen begünstigen die Ablagerung von organischen und nährstoffreichen Feinsedimenten, was zu einer erhöhten Primärproduktion (Aufnahme von Kohlendioxid in Biomasse) und zugleich einem verlangsamten Abbau von organischem Material (Freisetzung von Kohlendioxid aus Biomasse) führt. Die Abschätzung der Klimaschutzwirkung von Auen basiert derzeit größtenteils auf Daten von organischen Böden (Moore). Vor allem im Nordosten Deutschlands und im Alpenvorland gibt es eine große Schnittmenge zwischen Auen bzw. Niederungen und Mooren . Durch Entwässerung und u. a. landwirtschaftliche Nutzung von Moorböden werden klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt. Der Kenntnisstand der Kohlenstofffestlegung von „mineralischen“ Auenböden, die insgesamt mehr als 90 % der deutschen Flussauen aus der Betrachtungskulisse des Auenzustandsberichtes 2021 (79 Fließgewässer) ausmachen, weist im Vergleich zu Moorböden noch größere Defizite und noch umfangreichere anthropogene Beeinflussungen auf. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass auch in mineralischen Überschwemmungsauen die Kohlenstoffvorräte sowohl im Boden als auch in der Vegetation höher sind als in terrestrischen Ökosystemen. Acker- und Grünlandstandorte in der rezenten Aue (d. h. bis zu einem HQ 100 überflutbare Aue) besitzen einen im Mittel um 60 t Kohlenstoff pro Hektar höheren Vorratswert im Boden (über alle Böden gemittelt) als in der Altaue (vom Fluss durch Dämme und Deiche abgetrennte und dadurch von der Überflutungsdynamik abgeschnittene Aue)1. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass auch die in alten Hartholz-Auenwäldern gespeicherte Kohlenstoffmenge um 60 t Kohlenstoff pro Hektar höher als die Kohlenstoffmenge im durchschnittlichen Wald in Deutschland ist . Es besteht jedoch eine erhebliche räumliche Variabilität für den organischen Kohlenstoffbestand im Boden und in der Vegetation in Auen. Bundesweite Abschätzungen zur konkreten Quantifizierung des Beitrags von naturnahen Auen bzw. der Effekte von Auenrenaturierungen auf die Treibhausgasspeicherung weisen daher noch erhebliche Unsicherheiten auf. Gleichzeitig ist der Bedarf an Kenntnissen des potenziellen Beitrags von Gewässern und v. a. ihrer Auen zum natürlichen Klimaschutz vor dem Hintergrund der LULUCFZiellücke und im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK 2.0) sehr groß. Die bundesweiten Potenziale der Auen werden mit diesem Vorhaben bearbeitet. Ziel dieses Vorhabens ist es, eine bundesweite Übersicht über die Klimaschutzwirkung von Auen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erhalten, und den Beitrag von bundesweit bereits renaturierten und naturnahen Auen sowie das bundesweite Potenzial von zukünftigen großflächigen Auenrenaturierungen zur Kohlenstoffspeicherung und Reduktion von Treibhausgasemissionen besser abzuschätzen. Dabei sind der „Kohlenstoffvorrat“ in Boden und Vegetation und die Netto-Fixierung von Treibhausgasen (als Bilanz aus Treibhausgasbindung und Freisetzung) zu betrachten. Dafür ist eine geeignete Methodik zur bundesweiten Treibhausgasbilanzierung der Auen (rezente und Al t auen) zu entwickeln, die so weit wie möglich die für die Klimaschutzwirkung treibenden, auenspezifischen Charakteristika berücksichtigt und über bestehende, grob abschätzende Methoden hinausgeht. Mit dieser Methode soll die Klimaschutzwirkung naturnaher Auen und der Nutzen von Auenrenaturierungsprojekten für den natürlichen Klimaschutz quantifiziert werden. Einzelheiten ergeben sich aus der Leistungsbeschreibung, die Bestandteil der Vergabeunterlagen ist.
c) Ort der Leistungserbringung
Bonn.
6. Angaben zu Losen
a) Anzahl, Größe und Art der Lose
Die Gesamtleistung bildet ein Los.
7. Zulassung von Nebenangeboten
Nein.
8. Bestimmungen über die Ausführungsfrist
Die Gesamtleistung ist spätestens bis zum 31. Oktober 2029 zu erbringen.
10. Wesentliche Zahlungsbedingungen
ABFE BMU (Stand: März 2018); VOL/B.
11. Unterlagen und Anforderungen zur Beurteilung der Eignung des Bieters und des Nichtvorliegens von Ausschlussgründen
https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?id=885555&criteriaId=50802.
12. Zuschlagskriterien
siehe Vergabeunterlage 04 Zuschlagskriterien.
14. Sonstige Angaben
Für dieses Vergabeverfahren gilt die Bereichsausnahme des § 116 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Das Verfahren richtet sich daher nach §§ 7, 55 Bundeshaushaltsordnung (BHO) und orientiert sich lediglich an den Regelungen der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO), wenn und soweit diese Regelungen einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung nicht entgegenstehen. Durch diese Orientierung an der UVgO wird keine Möglichkeit der Nachprüfung vor einer Vergabekammer begründet.