Neukalibrierung der Einzugsgebiete Paar und Abens im LARSIM-Hybridmodell DPAN. Leistungen umfassen Aktualisierung von Boden- und Landnutzungsdaten, Kalibrierung des Wasser- und Niederschlag-Abfluss-Modells an 20 Pegeln, Queprofilanpassungen sowie Dokumentation und Abstimmungsgespräche.
Verfahren zur Vor-Information
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg
DE-86179 Augsburg
20.09.2026
Vorinformation gem. IMBek / VVöA (ex-ante)
Name und Anschrift der Vergabestelle
Bezeichnung Bayerisches Landesamt für Umwelt
Postanschrift Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
86179 - Augsburg
Telefon-Nummer +49 9281-1800-0
Telefax-Nummer +49 9281-1800-4519
E-Mail-Adresse vergabe<wbr>servicezentrum@lfu.bayern.de
Auftragsgegenstand (Art und Umfang der Leistung)
Aktenzeichen 86-0270-25194/2025
Neukalibrierung der Einzugsgebiete Paar und Abens (LARSIM-Hybridmodell)
Hinweis: Bei diesem Dokument handelt es sich nicht um eine vollständige Leistungsbeschreibung, sondern lediglich um eine stark gekürzte Zusammenfassung.
1. Einleitung und Zielsetzung
Gegenstand der Leistungsbeschreibung ist die Neukalibrierung der Einzugsgebiete von Paar und Abens innerhalb des bestehenden LARSIM-Hybridmodells „Donau mit Paar, Altmühl und Naab“ (DPAN).
Hintergrund der Beauftragung: Neue / veränderte Beobachtungsdaten: Das Gebiet war im Mai/Juni 2024 von einem schweren Hochwasser betroffen. Außerdem sind seit der letzten Kalibrierung neue Winterereignisse aufgetreten und es erfolgte eine Prüfung historischer Abflussdaten, die teilweise zu erheblichen Änderungen führte.
Primärziel: Eine signifikante Verbesserung der Qualität der Simulation von Hochwasserganglinien für das Gebiet des Tertiärhügellands.
2. Technischer Hintergrund: Das LARSIM-Hybridmodell
Das DPAN-Modell ist als Hybridmodell konzipiert, was bedeutet, dass es in zwei Modi betrieben werden kann:
Wasserhaushaltsmodus (WHM)
Niederschlag-Abfluss-Modus (NA)
Für beide Modi werden weitgehend identische Modelldateien genutzt. Die wesentlichen Unterschiede liegen in den Dateien tape10 und tape35. Das Modell arbeitet mit Stundenzeitschritten und nutzt topographisch abgegrenzte Teilgebiete (TGB) mit einer durchschnittlichen Größe von ca. 1,6 km².
3. Arbeitspakete
Der Leistungsumfang gliedert sich in neun spezifische Positionen:
Position 1: Aktualisierung der Boden- und Landnutzungsdaten (utgb.dat)
Bevor die Kalibrierung beginnt, müssen die Daten für das gesamte Modellgebiet aktualisiert werden.
Aufgabe: Verschneidung von Boden-, Landnutzungs- und Versiegelungsgraddaten für die bestehenden 8.600 Teilgebiete.
Ziel: Erstellung einer neuen utgb.dat für den relevanten Modellausschnitt.
Abschluss: Ein Modelllauf für das Hochwasser Mai/Juni 2024 dient als Lauffähigkeitstest.
Position 2 & 3: Kalibrierung des WHM (20 Pegel)
Dies ist der Kern der hydrologischen Arbeit. Das Vorgehen bei der Kalibrierung muss sich am LARSIM-Kalibrierleitfaden orientieren. Es ist keine vollautomatische Kalibrierung gewünscht.
Schneemodul (Pos 2): Vor der Detailkalibrierung erfolgt eine Grobkalibrierung des Schneemoduls unter Verwendung von bereitgestellten Messdaten des Schneewasseräquivalents.
Abflusskalibrierung (Pos 3):
Methodik: Verwendung der Option „4Q-KOMP MIT A2“. Keine vollautomatische Kalibrierung; visuelle und hydrologische Kontrolle der Ergebnisse sind zwingend.
Fokus: Besonders hohe Priorität hat die Güte im Hochwasserfall (Zeitpunkt, Höhe und Form der Welle).
Saisonalität: Es soll geprüft werden, ob separate Parameter für Sommer- und Winterhochwasser (enthalten in separaten tape35-Dateien) die Simulationsqualität verbessern.
Position 4 & 5: Anpassung der Querprofile
Aufgrund von Defiziten bei der Simulation des Wellenablaufs müssen die Gewässerquerprofile für einige Pegelkontrollbereiche geprüft und ggf. fortgeschrieben werden.
Pflichtaufgabe (Pos 4): Überprüfung und ggf. Anpassung der Querprofile für die Pegel Mühlried/Paar und Manching (Ort)/Paar.
Optionale Aufgabe (Pos 5): Bei Bedarf kann die Bearbeitung der Querprofile von bis zu vier weiteren Pegelkontrollbereichen beauftragt werden. (Entscheidung erfolgt in Abstimmung mit dem Auftraggeber).
Position 6: Vorher-Nachher-Kurzanalyse (WHM)
Ein Vergleich der Simulationsgüte zwischen dem alten und dem neu kalibrierten Modell anhand des Ereignisses Mai/Juni 2024. Dies dient als Nachweis der Modellverbesserung.
Position 7: Optionale Kalibrierung des NA-Modells
Sollte die Analyse in Position 6 eine deutliche Verbesserung zeigen, kann im Nachgang auch das NA-Modell an den 20 Pegeln neu kalibriert werden. Über die Beauftragung wird entschieden nach Vorliegen der Ergebnisse aus Position 6.
Position 8: Digitaler Bericht und Datenübergabe
Die Ergebnisse müssen vollständig dokumentiert werden.
Bericht: Technischer Bericht in deutscher Sprache mit Tabellen und Abbildungen zur Simulationsgüte.
Daten: Übergabe des kalibrierten Modells, der utgb.dat, der tape35, sowie Ganglinien (im lila-Format) und flächenhafter Daten (im kala- oder GIS-Format). Shapefiles für die Konfigurationsdateien sind ebenfalls erforderlich.
Position 9: Kommunikation und Abstimmung
Turnus: Zweiwöchentliche Videokonferenzen in deutscher Sprache zum Austausch über den Arbeitsstand und zur Besprechung problematischer Pegel.
Abschluss: Eine abschließende Besprechung zur Vorstellung der Ergebnisse.
Zeitraum und Ort der Ausführung
Augsburg
Allgemeine Information
Bei dieser Bekanntmachung handelt es sich um eine Vorinformation.
Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, ihr Interesse bei der o. g. Vergabestelle zu bekunden.
Ein Rechtsanspruch auf eine Beteiligung besteht nicht.