Numerische 2D-Sedimenttransportmodellierung an der Oberen Isar (Krüner Wehr bis Sylvensteinvorsperre) zur Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungsvarianten, Wiederherstellung von FFH-Lebensraumtypen und Optimierung des Sedimentmanagements. Projektdauer ca. 24 Monate.
Verfahren zur Vor-Information
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg
DE-86179 Augsburg
29.09.2026
Name und Anschrift der Vergabestelle
Bezeichnung Bayerisches Landesamt für Umwelt
Postanschrift Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
86179 - Augsburg
Telefon-Nummer +49 9281-1800-0
Telefax-Nummer +49 9281-1800-4519
E-Mail-Adresse vergabeservicezentrum@lfu.bayern.de
Auftragsgegenstand (Art und Umfang der Leistung)
Aktenzeichen 63-0270-86861/2026
Sedimentmanagement Obere Isar
1. Informationen zum Projekt
2. Hintergrundinformation und grundlegende Aufgabenstellung
Der Abfluss- und Sedimenthaushalt der Oberen Isar – der letzten großen Wildflusslandschaft Bayerns – ist v. a. durch die Überleitung von Isarwasser am Krüner Wehr zum Walchensee seit 1924 erheblich gestört. Die damit einhergehende Beeinträchtigung der fluss- und auendynamischen Prozesse gefährdet vor allem die Vorkommen und den Erhaltungszustand der FFH-Fließgewässerlebensraumtypen (LRTs) 3220 „Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation", 3230 „Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica", 3240 „Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Salix eleagnos". Bisher durchgeführte Maßnahmen zur Redynamisierung betrafen nur lokal und temporär wirkende einzelne kleinere Bereiche. Darüber hinaus sind im Bereich Wallgau/Krün zur Gewährleistung des Hochwasser- und Trinkwasserschutzes regelmäßig aufwändige Maßnahmen zum Sedimentmanagement erforderlich, die derzeit durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim umgesetzt werden. Bis zum Jahr 2030 steht die Neuverbeschreibung des Walchensee-Überleitungssystems an. Aus diesem Anlass und vor dem Hintergrund der o. g. Situation sind die flussmorphologischen Randbedingungen bzw. naturschutzfachlichen Anforderungen an den zukünftigen Betrieb zu erarbeiten. Insbesondere am Krüner Wehr, an dem das Isarwasser zum Walchensee ausgeleitet wird, ergeben sich im Zuge der Neuverbeschreibung Handlungsmöglichkeiten.
Mit einem numerischen, 2D-Sedimenttransportmodell sind daher Varianten zu entwickeln, zu simulieren und auszuwerten, zur Beantwortung der Frage, wie die Isar auf lange Sicht nachhaltig bewirtschaftet werden kann bei gleichzeitiger Wiederherstellung und Erhaltung der genannten Fließgewässerlebensraumtypen bzw. eines verzweigten Gerinnes.
Erste Erkenntnisse wurden in einem seit Oktober 2023 laufenden Auftrag gewonnen. Innerhalb dieses Auftrags hat sich der vergrößerte Untersuchungsaufwand gezeigt, weshalb in einem weiteren Auftrag die verbleibenden Fragestellungen geklärt werden sollen. Diese sind auf den bereits vorliegenden Ergebnissen aufzubauen.
3 Untersuchungsgebiet
Das Untersuchungsgebiet umfasst die Obere Isar im Abschnitt zwischen dem Krüner Wehr (einschl. Stauraum) bis zur Sylvensteinvorsperre sowie den Rißbach bis zum Rißbachwehr. Die Untersuchungsstrecke beginnt oberstrom mit dem Stausee Krün (ca. Flusskilometer 252,00 km). Dieser stellt, reguliert durch das Krüner Wehr, eine morphologisch wirksame Zäsur dar und definiert den Sedimenteintrag in die weitere Modellstrecke. Das untere Modellende ist auf Höhe der Sylvensteinvorsperre (Flusskilometer 230,577 km) definiert. Zusätzlich der Rißbach vom Rißbachwehr (Flusskilometer 4,60 km) bis zur Mündung in die Isar. Die Isar im Untersuchungsgebiet hat ein mittleres Gefälle von etwa 5,5 ‰. Die Kornzusammensetzung ist sehr heterogen und reicht von feinen Sanden (< 2 mm) bis zu großen Steinen (> 120 mm) (siehe Anhang. Abb. 3). Am Krüner Wehr werden bis zu 25,0 m³/s Wasser aus der Isar ausgeleitet und dem Walchenseekraftwerk zugeführt. Stauraumspülungen werden aktuell nur aus betrieblichen Gründen durchgeführt. Mit der Wasserentnahme ist die Isar aktuell nicht in der Lage das gespülte Geschiebe vom Unterwasser des Krüner Wehrs bis über die Weberwiese (ca. Flusskilometer 246 km) hinaus zu transportieren, was für den Hochwasserschutz Unterhaltungsmaßnahmen, wie manuelle Geschiebeentnahmen, erfordert. Im Jahr 1990 wurde zudem eine Restwassermenge festgelegt von 4,8 m³/s im Sommer bzw. 3,0 m³/s im Winter. Bei dieser Restwasserführung bzw. Niedrigwasser verläuft die Isar weitgehend in einer mäandrierenden Hauptrinne. Neben der Hauptrinne komplettieren freie als auch bewachsene und dadurch verfestigte Sand- und Kiesflächen das Gewässerbett. Lediglich bei Hochwasser wird das komplette Flussbett weiträumig überströmt und große Mengen an Geschiebe und Feinsedimenten werden mobilisiert. Verfestigte Kiesbänke werden zum Teil wieder bewegt und der Flusslauf umgelagert.
4 Formale Hinweise zur Interessensbekundung
Vor der Angebotsaufforderung wird eine Eignungsprüfung durchgeführt. Hierzu werden ggf. weitere Informationen von den interessierten Ingenieurbüros angefordert.
Bewertet werden hierbei folgende Kriterien:
Zeitraum und Ort der Ausführung
Augsburg
Datum der Information
28.08.2026 - 11:30 Uhr
Allgemeine Information
Bei dieser Bekanntmachung handelt es sich um eine Vorinformation. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, ihr Interesse bei der o. g. Vergabestelle zu bekunden. Ein Rechtsanspruch auf eine Beteiligung besteht nicht.