Sie sehen Ausschreibungen der letzten 100 Tage, deren Frist abgelaufen ist. Bestellen Sie einen kostenlosen Demozugang.

Titel

  Drucken 
„Entwicklung eines partizipativen Klimakonzepts für den Harzer Kiez“

Vergabeverfahren

Öffentliche Ausschreibung
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)

Vergabestelle

Quartiersmanagement Harzer Straße
Treptower Straße 23
12059 Berlin

Ausführungsort

DE-12059 Berlin

Frist

27.04.2026

Beschreibung

a) Quartiersmanagement Harzer Straße
Treptower Straße 23
12059 Berlin

 

b) Trägerwettbewerb:
Partizipatives Klimakonzept für den Harzer Kiez

Das Quartiersmanagement Harzer Straße sucht in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und dem Bezirksamt Neukölln von Berlin einen Träger zur Umsetzung des Projektes „Partizipatives Klimakonzept für den Harzer Kiez“. Das Projekt dient der Erfüllung öffentlicher Aufgaben im Interesse des Landes Berlin.

Ausgangssituation:
Das Gebiet des Quartiersmanagements Harzer Straße hat mit 194,6 Menschen pro Hektar (Berlin: 43 EW/ha) eine vergleichsweise hohe Einwohnerdichte (vgl. IHEK 2022). Im Gebiet leben 21.123 Menschen (Stand 31.12.2024). Die Versorgung mit Grünflächen wird als schlecht eingestuft (Kernindikator Grünversorgung (Umweltgerechtigkeit 2023/2024 (Umweltatlas), was zu einem besonders hohen Nutzungsdruck, geringer C02-Senke, mittlerer Hitzebelastung und geringerem Luftaustausch führt. Um die Auswirkungen zu minimieren, soll ein Klimakonzept gemeinsam mit der Bewohnerschaft für den Harzer Kiez erstellt werden. Darin sollen Flächen im öffentlichen Raum für die Umsetzung von Neu- und Umgestaltungen identifiziert und insbesondere kleinteilige Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas auf Quartiersebene vorgeschlagen werden. Diese sollen gleichzeitig zu einer Steigerung der lokalen Aufenthaltsqualität führen und die Voraussetzung für mehr Begegnung im Harzer Kiez schaffen. Zudem sind Anpassungen an öffentlichen Gebäuden und halbprivaten Flächen (insbesondere Wohnhöfe) darzustellen.

Ziele:
Folgende Ziele sollen durch das „Partizipative Klimakonzept für den Harzer Kiez“ erreicht werden:

● Eine quartiersbezogene Klimaanalyse zeigt die klimatische Belastungssituation des Quartiers.
● Ein partizipativ erarbeiteter Maßnahmenkatalog in Orientierung an den Kernstrategien des Stadtentwicklungsplans Klima 2.0. liegt vor.
● Erstellung einer leicht verständlichen, kartografisch aufbereiteten Maßnahmenkarte.
● Aktivierung und Beteiligung der Bewohnerschaft an Klimaanpassungsmaßnahmen.
● Eine Flächenpotentialanalyse identifiziert und bewertet die öffentlichen Flächen (inkl. Straßenland und Parkplätze) und halbprivatem Raum (Wohnhöfe) hinsichtlich der Eignung für eine Klimaanpassung sowie ggf. multifunktionalen Nutzungen.
Der Fokus liegt auf einem beteiligungsorientierten, praxisnahen Maßnahmenplan. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen sind hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit mit den Fachämtern abgestimmt.

Projektinhalt:
Folgende Projektinhalte sind für die Erreichung der o.g. Ziele vorstellbar:

Klimaanalyse
Als Grundlage für die Ableitung von Bedarfen für Maßnahmen zur Klimaanpassung und Verbesserung der Umweltbedingungen im Quartier ist eine kartographische Darstellung der kleinräumigen Verteilung von Umweltbelastungen (Lärm, Luftschadstoffe, thermische Belastung) und Versiegelungsgrad und Grünflächenversorgungen (differenziert nach klimawirksamen öffentlichen Grünflächen und Kühlinseln samt Klima- und standortangepasster Vegetationszusammensetzung) zu erstellen. Es ist eine übersichtliche, praxisorientierte Analyse zu erstellen, die auf vorhandenen Daten basiert. Hierzu sind die Karten aus dem Umweltatlas (Umweltgerechtigkeit 2023/24) auf dem Geoportal des Landes Berlin zu nutzen.

Beteiligungsprozess
Der Beteiligungsprozess stellt einen wesentlichen Bestandteil des Projektes dar. Erwartet werden:

- aufsuchende Beteiligungsformate im Quartier
- mindestens vier niedrigschwellige Beteiligungsveranstaltungen
- ein spezielles Format für Kinder und/oder Jugendliche
- Einbindung lokaler Einrichtungen und Gewerbetreibender
- Dokumentation der Bedarfe und Ideen

Im Prozess sollen insbesondere konkrete Orte identifiziert werden, an denen kurzfristige Maßnahmen realistisch umsetzbar sind. Maßnahmen sind mit den relevanten Fachämtern abzustimmen.

Maßnahmensammlung mit Standortvorschlägen für eine klimagerechte Umgestaltung und Aufwertung des öffentlichen Raums mit Vorschlägen beispielsweise für:

- Strategisches Stadtgrün: Neupflanzungen (vgl. Berliner Klimaanpassungsgesetzes „BäumePlus“)
 - Schaffung von Kühlinseln: schattige Begegnungsorte
 - Blaue Infrastruktur: Trinkbrunnen, Wasserspiele und Pumpen zur Abkühlung
 - Strategische Entsiegelung, Versickerung & Regenwassernutzung
 - Wasserdurchlässige Oberflächen
 - Multifunktionale Flächennutzung: freiwerdende, entsiegelte Flächen für soziale und sportliche Zwecke
 - Förderung der Mobilitätswende: Standortvorschläge für diebstahlgeschützte Fahrradparkhäuser und Reparaturstationen

Weitere Maßnahmen zum Klimaschutz und -anpassung:

- Zur Stärkung der lokalen Ökosystemleistungen der grünen Infrastruktur insbesondere hinsichtlich der geplanten Ufererneuerung des Neuköllner Schifffahrtskanals
- Verortung von Potentialen für Fassaden- und Dachbegrünungen an öffentlichen Gebäuden
- Vorschläge für sozio-integrative Projekte zum Klimaschutz. Hiermit sind insbesondere Projekte gemeint, die mit der Quartiersbewohnerschaft entwickelt und umgesetzt werden und die eine positive Bewusstseinsbildung und Haltung gegenüber Klimaschutz und Klimaanpassung zum Ziel haben.

Flächenpotentialanalyse mit einer quartiersbezogenen Kartenübersicht von Flächen:

- für mögliche Entsiegelungen beispielsweise von Gehwegen oder Parkplätzen (wassergebundene Wegedecke: von rein funktionalen, versiegelten Flächen hin zu schwammartigen Grün-Blau-Infrastrukturen)
 - für die Verortung der vorgeschlagenen Maßnahmen (neues Stadtmobiliar beispielsweise auf Gehwegvorstreckungen für Fahrradbügel oder Parklets auf umzunutzenden Straßenland für neue Sitzmöglichkeiten/Begegnungsorte)

Umsetzungsmatrix zu den vorgeschlagenen Maßnahmen mit folgenden Angaben:

- Einordnung nach kurz-, mittel- und langfristiger Umsetzbarkeit
- Kostenschätzung
- Ermittlung von Fördermöglichkeiten
- Nennung der Ansprechpartner: Ermittlung der Eigentümer bzw. verantwortliche Verwaltung(en)
- Organisation der Pflege und Instandhaltung (Kümmererstruktur) sowie ggf. Klärung der Versicherungshaft

Zielgruppen:
Bewohnerschaft, Sozial- und Bildungseinrichtungen, lokale Unternehmen, engagierte Nachbarschaft und Multiplikatoren.

 

c) Zeitraum: Es wird eine Projektlaufzeit vom 08.2026 bis 30.06.2027 angestrebt.

 

d) Finanzierung:
Das Projekt wird aus dem Programm Sozialer Zusammenhalt finanziert. Für das Projekt steht eine Zuwendung in Höhe von 44.000 Euro als Fehlbedarfsfinanzierung zur Verfügung. Die Finanzierung ist in folgende Jahresraten (jeweils brutto) aufgeteilt: Haushaltsjahr 2026: 32.000 Euro
Haushaltsjahr 2027: 12.000 Euro Mit diesen Mitteln sind alle erforderlichen Personal- und Sachkosten zu finanzieren. Es wird ein Eigenanteil des ausgewählten Trägers in Höhe von mindestens 10% der Projektfördermittel vorausgesetzt. Dieser Eigenanteil kann in Form von Eigenmitteln oder Eigenleistungen erbracht werden. Zuwendungsempfangende können natürliche und juristische Personen sein.

 

e) Antragsberechtigung:
Antragsberechtigt sind alle natürlichen und juristischen Personen sowie Behörden. Im Projektfonds sind Einzelpersonen von der Förderung ausgeschlossen, um eine kontinuierliche Projektumsetzung und Projektabrechnung sicherzustellen. Natürliche Personen sollen zudem ein berechtigtes Eigeninteresse am Projekt nachweisen, das nicht wirtschaftlich begründet ist und einen entsprechend hohen Eigenanteil in das Projekt einbringen. Sie müssen außerdem eine Vertretung benennen. Auswahlkriterien: - nachgewiesene Qualifikationen des einzusetzenden Personals in der Erstellung von Konzepten hinsichtlich der Themen Klimaschutz und -anpassung, sowie zur Aufwertung des öffentlichen Raums
- Qualität des Angebots (Konzeption einschl. Zeitplan) hinsichtlich der Beteiligungs- und Erstellungsphase, Übersicht mit Ideen und Ansätzen
- Erfahrung in der Bürgerbeteiligung und der Abstimmung mit relevanten Stellen der Berliner Verwaltung
- Referenzen/Qualifikationen der Anbieterin bzw. des Anbieters
- Kostenbewertung gemessen an den durchschnittlichen Personalkosten
- Erfahrung in der Abwicklung von Förderprojekten im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ einschließlich der Nutzung von dazugehörigen Datenbanken

 

f) Einzureichende Unterlagen:
  Bitte verwenden Sie ausschließlich folgende Vorlagen: Projektskizze und Finanzplan für den Projektfonds. Diese können Sie unter https://www.quartiersmanagement-berlin.de/service/foerderinformation.html „Downloads“ (Formulare Sozialer Zusammenhalt Projektfonds) herunterladen. Alle Kostenpositionen (Personalkosten, Honorare und Sachkosten) sind konkret und differenziert aufzuschlüsseln und mit Stundensatz und Stundenumfang anzugeben.       1. Formblatt Projektskizze: detaillierte Maßnahmenbeschreibung inklusive eines Maßnahmen- und Zeitplans sowie Angaben zu Kooperationspartner:innen. Für die Erfolgskontrolle sind messbare Ziele und Methoden darzustellen. Die Angaben sind in das Formblatt Projektskizze einzutragen.
  2. Kostenkalkulation/Formblatt Finanzplan: Die Kostenkalkulation ist nach Personalkosten, Sachkosten und sonstige Aufwendungen aufzuschlüsseln. Die Honorarkosten sind nach Anzahl der Arbeitsstunden und unterschieden nach der Art der Tätigkeit mit den jeweiligen Stundensätzen anzugeben. Die Angaben sind in das Formblatt Finanzplan einzutragen.
  3. Qualifikationsnachweise/Referenzen: Zum Nachweis der Eignung des Projektträgers sind Nachweise zu fachlichen Qualifikationen, Angaben zu den einzusetzenden Mitarbeitenden sowie Referenzen zu vergleichbaren Tätigkeiten vorzulegen.
  4. Datenschutzerklärung: Einwilligung zur Speicherung der Daten der Bewerbenden für Zwecke der Projektträgerermittlung, die spätestens drei Monate nach Abschluss des Auswahlverfahrens gelöscht werden.       Bewerbungsfrist:
  Die Unterlagen sind spätestens bis Montag, den 27.04.2026 um 10:00 Uhr, beim Quartiersmanagement Harzer Straße, Treptower Str. 23 in 12059 Berlin postalisch, persönlich oder per E-Mail (E-Mail: team@qm-harzerkiez.de) einzureichen. Verspätet eingehende Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.       Datum und Ort der Auswahlgespräche:
  Die Auswahl des Maßnahmenträgers erfolgt durch ein Gremium, das sich aus Vertretungen der Steuerungsrunde des Quartiersmanagements Harzer Straße (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Neukölln, Gebietsbeauftragte, QM-Team) zusammensetzt. Die Vorstellungsgespräche mit den Maßnahmenträgern, welche die Auswahlkriterien erfüllen, sind am Freitag, den 08.05.2026 geplant. Wir möchten interessierte Bewerbende bitten, sich diesen Tag vorzumerken.       Hinweise:
  Projektwettbewerb
  Bei dem Auswahlverfahren handelt es sich nicht um ein Interessensbekundungsverfahren gem. § 7 LHO oder eine Ausschreibung im Sinne des § 55 LHO. Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerber bestehen mit der Teilnahme am Auswahlverfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich. Kosten werden den Bewerbern im Rahmen des Verfahrens nicht erstattet.       Besserstellungsverbot
  Abweichend von Nr. 1.3 Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) wird gemäß Nr. 15.2 Satz 4 AV § 44 LHO geregelt: Beschäftigt der Zuwendungsempfänger für die Durchführung des Projektes eigene Mitarbeiter, so werden die Vergütungen und Löhne, sowie sonstige über- und außertarifliche Leistungen im Projekt nur insoweit als zuwendungsfähig anerkannt, wie sie auch vergleichbaren Dienstkräften im unmittelbaren Landesdienst Berlin nach den jeweils geltenden Tarifverträgen zustehen würden.       Nutzungsrechte:
  Bei der Auswahl als Träger zur Umsetzung des Projektes verpflichtet sich der Zuwendungsempfänger, dem Land Berlin ausschließlich und unbefristet sämtliche Nutzungsrechte an den Werken einzuräumen, die im Zusammenhang mit der Förderung entstehen und bei denen der Zuwendungsempfänger Urheber oder Auftraggeber ist (z. B. Nutzungsrechte für Fotos oder andere Bildmaterialien zur Weiterverwendung). Das Land Berlin ist zur Veröffentlichung oder sonstigen unentgeltlichen Verwertung der Werke im Rahmen seiner Aufgaben berechtigt. Eingeräumte Nutzungsrechte können vom Land Berlin ohne Zustimmung des Zuwendungsempfängers an Dritte übertragen werden bzw. ist das Land Berlin berechtigt, Dritten einfache Nutzungsrechte einzuräumen. Die Zustimmung zur Abtretung der Nutzungsrechte nach § 34 Urheberrechtsgesetz ist im weiteren Verfahren abzugeben und eine Voraussetzung für die Förderung des Projektes.       Kinder-/Jugendschutz:
  Bei Projekten mit Angeboten für Kinder und/oder Jugendlichen, die mit Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII vergleichbar sind, ist insbesondere § 30a Bundeszentralregistergesetz (BZRG) zur Sicherung des Kinderschutzes zu beachten. Für Personen, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- oder jugendnah tätig sind oder tätig werden sollen, ist ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Die entsprechenden Kosten sind bei der Projektkalkulation einzuplanen.       Datenschutz:
  Bitte beachten Sie die Information über die Verarbeitung personenbezogener Daten im Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt (Art. 13 DSGVO).
  https://www.quartiersmanagement-berlin.de/fileadmin/content-media/Foerderinformationen_2021/25082021_Datenschutzinfo_Vorverfahren_Foerderverfahren_SoZus.pdf       Kontakt und Informationen:
  Für Nachfragen steht das QM-Team Harzer Straße, Tel.: 030 81 49 36 78, E-Mail: team@qm-harzerkiez.de zur Verfügung. Nähere Informationen zum Gebiet erhalten Sie unter https://qm-harzerstrasse.de.  

Veröffentlichung

Geonet Ausschreibung 201878 vom 20.04.2026