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Titel

PDF 
Erhebung und Auswertung historischer Hochwasser an der Wied zur Hochwasserwahrscheinlichkeitsbestimmung

 

Studie zu historischen Hochwassern im Einzugsgebiet der Wied (770 km²): Recherche von Hochwassermarken und Quellen seit 1700, Befragungen vor Ort, detaillierte Untersuchung von bis zu fünf Ereignissen sowie Abflussbestimmung für ausgewählte Ereignisse.

Vergabeverfahren

Öffentliche Ausschreibung
Dienstleistungsauftrag (VOL/VOF)

Vergabestelle

Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Referat 13 (LfU) - Haushalt, Vergabe
Kaiser-Friedrich-Straße 7
55116 Mainz

Ausführungsort

DE-55116 Mainz

Frist

03.07.2026

Beschreibung

LfU_13_03/2026: Studie zu historischen Hochwassern im Einzugsgebiet der Wied
VO: UVgO
Vergabeart: Öffentliche Ausschreibung

Zur Angebotsabgabe / Teilnahme auffordernde Stelle
Bezeichnung Landesamt für Umwelt
Kontaktstelle Referat 13
Kaiser-Friedrich-Straße 7
55116 Mainz
E-Mail haushalt@lfu.rlp.de
URL https://www.lfu.rlp.de
UST.-ID DE 812 038 259

Zuschlag erteilende Stelle: die zur Angebotsabgabe / Teilnahme auffordernde Stelle

Angebote oder Teilnahmeanträge sind einzureichen
Elektronisch über diese Vergabeplattform: https://landesverwaltung.vergabe.rlp.de/VMPSatellite/notice/CXPDYYHYKAA
Postalische Angebote oder Teilnahmeanträge sind nicht zugelassen

Bereitstellung der Vergabeunterlagen
Elektronisch über diese Vergabeplattform: https://landesverwaltung.vergabe.rlp.de/VMPSatellite/notice/CXPDYYHYKAA/documents

Art und Umfang der Leistung

Allgemeine Projektbeschreibung

Die Hochwasserwahrscheinlichkeiten von Pegeln wird mittels statistischer Auswertung von beobachteten Hochwasserscheitelabflüssen bestimmt. Diese Hochwasserwahrscheinlichkeiten dienen unter anderem als Bemessungs-grundlage für Hoch- und Niedrigwasser und bilden die Datengrundlage für die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten sowie für die Erstellung von Hochwasser-gefahren- und Risikokarten gemäß EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie. Da die systematischen Beobachtungszeitreihen in den allermeisten Fällen jedoch deutlich kürzer sind als die für die oben genannten Anwendungsfälle benötigten Abflussjährlichkeiten, können klimatische Schwankungen einen ebenso großen Einfluss auf die ermittelten Werte besitzen wie selten auftretende Wetterlagen.

Ohne weitere Informationen über das zeitliche Auftreten von großen Hochwassern in der Zeit vor Beginn der Beobachtungen kann ein unrealistisches Bild von der tatsächlichen Hochwassergefahr entstehen. Die Einbeziehung historischer Hochwasser in die Hochwasserstatistik (zeitliche Informationserweiterung) soll dazu beitragen, die Aussagekraft extremwertstatischer Auswertungen deutlich zu verbessern.

Für historische Hochwasserereignisse liegen oftmals nur qualitative Informationen in Form von historischen Berichten und Chroniken vor. Ergänzende Hinweise können aus evtl. vorhandenen Hochwassermarken an Gebäuden und Bauwerken oder aus historischen Niederschlagsdaten gewonnen werden.

Aufgrund der Talgeometrie und der vergleichsweise dichten Besiedlung der Talaue sind die Wied und die Gewässer in ihrem Einzugsgebiet prädestiniert für Hochwasser mit katastrophalen Auswirkungen.

Im Rahmen der hier vertragsgegenständlichen Studie sollen Erkenntnisse über historische Hochwasser an der Wied gesammelt und ausgewertet werden. Dabei sollen in einer ersten Phase im Rahmen einer Vor-Ort-Recherche vorhandene Hochwassermarken erhoben, Anwohner befragt und leicht zu erschließende Literatur ausgewertet werden. In diesem Schritt sollen alle Hochwasser erfasst werden, die seit 1700 im Einzugsgebiet der Wied aufgetreten sind. In einem weiteren Schritt sollen zu ausgewählten überregionalen Abflussereignissen weitergehende Erkenntnisse gewonnen werden. Die Auswahl der Ereignisse soll in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber erfolgen. In einem dritten Schritt sollen für die ausgewählten Ereignisse Abflüsse ermittelt werden.

Untersuchungsgebiet

Die Wied ist ein rechtsrheinischer Nebenfluss des Rheins, der bei Rhein- km 610,5 mündet. Die Wied hat ein Gesamteinzugsgebiet von 770km², das Höhen bis ca. 510 m NHN aufweist. Die Mündung liegt auf einer Höhe von 55 m NHN. Die Wied entwässert Teile des Westerwaldes und damit eine der Niederschlagsreichsten Regionen von Rheinland-Pfalz, die mittlere Jahresniederschläge bis zu 1.100 mm aufweist.

Die Gesamtlänge aller Gewässer im Einzugsgebiet beträgt ca. 1.100 km. Neben der Wied werden die Gewässer Holzbach, Aubach und Mehrbach durch insgesamt 7 gewässerkundliche Pegeln überwacht. Zusätzlich liegen Daten zum Pegel Döttesfeld (Wied) vor, der von 1955 bis 1990 betrieben wurde. Im Einzugsgebiet befinden sich die Risikogewässer gemäß HWRM-Richtlinie Wied (102 km) und Holzbach (42 km).

Im Bereich der Mündung der Wied in den Rhein liegt die Stadt Neuwied mit rund 66.000 Einwohnern (EW). Weitere größere Orte im Einzugsgebiet der Wied sind die Stadt Altenkirchen (6.500 EW), die Ortsgemeinde Asbach (7.500 EW) und die Ortsgemeinde Dierdorf (6.000 EW).

Eine Übersicht über das Untersuchungsgebiet bietet Anlage 1.

Konkrete Leistungsbeschreibung

Die Bearbeitung des Projektes erfolgt in drei Phasen. In der ersten Phase sind leicht zu erschließende Quellen im Rahmen einer Internetrecherche zu finden und bezüglich Hinweisen auf Hochwasser zu überprüfen, sowie im Rahmen von Vorortrecherchen nach Hochwassermarken oder anderen Hinweisen auf Hochwasser zu suchen. Im Rahmen dieser Begehung sollen gegebenenfalls auch kundige Anwohner, Bürgermeister und Behördenmitarbeiter befragt werden (vgl. Ziff. 3.1). In der zweiten Phase sind bis zu fünf (5) Abflussereignisse detailliert zu untersuchen (vgl. Ziff. 3.3). In der dritten Phase die Abflüsse für diese Ereignisse zu bestimmen (vgl. Ziff. 3.4).

Für die detaillierte Vorgehensweise bei der Erbringung der nachfolgend beschriebenen Leistungen gilt das vom AN mit seinem Angebot einzureichende Projektdurchführungskonzept, was die nachstehenden Ausführungen ergänzen, aber nicht abändern darf.

Die Internetrecherche ist als Pauschalfestpreis in Preisposition 1 (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren. Der AG geht von einem Aufwand für die Internetrecherche in Höhe von 50 Stunden aus. Die Vorortrecherche ist als Pauschalfestpreis in Preisposition 2 (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren. Der Auftraggeber erwartet bei der Vorortrecherche einen Aufwand von 20 Arbeitstagen (ganztägig). Der Zwischenbericht ist pauschal in Preisposition 3 (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren. Die Datenerhebung und detaillierte Untersuchung ist als Tagespauschale in Preisposition 4 (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren. Die Abflussbestimmung ist als Pauschalfestpreis je Abflussberechnung in Preisposition 5 (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren. Die Projektgespräche sind als Pauschalfestpreis je Projektgespräch in Preisposition 6a bis 6d (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren. Der Abschlussbericht ist als Pauschalfestpreis in Preisposition 7 (Formular 302 Preisblatt) zu kalkulieren.

Haupterfüllungsort
Landesamt für Umwelt
Kaiser-Friedrich-Straße 7
55116 Mainz

Ausführungsfristen
Beginn 07.08.2026
Ende 10.12.2027

Zuschlagskriterien: Niedrigster Preis

Nebenangebote werden nicht zugelassen.

Angaben zu den Losen: Aufteilung des Auftrags in Lose: Nein

Technische und berufliche Leistungsfähigkeit

Zum Nachweis der technischen und beruflichen Leistungsfähigkeit bestätigt dieser in Form einer Eigenerklärung gemäß Formular 304, dass:

  1. er im Rahmen der Leistungserbringung eine Projektleitung einsetzen wird, die über ein erfolgreich abgeschlossenes natur-, ingenieur- oder geowissenschaftliches Studium einer Hochschule oder Universität (Diplom, Master) verfügt. Ergänzend zur Eigenerklärung gemäß Formular 304 ist ein Scan des Studiennachweises beizufügen.
  2. die zu (1) eingesetzte Projektleitung - unter Nennung des Namens - über mindestens eine Referenz verfügt, die hinsichtlich Art und Umfang der in Ziff. 3.1, 3.3 und 3.4 der Leistungsbeschreibung geforderten Leistung vergleichbar ist und während der letzten 10 Jahren erbracht wurde.

Eine Referenz ist vergleichbar, wenn die nachfolgenden vier Leistungsbestandteile enthalten sind:

  • Planung und Durchführung von Geländebegehungen,
  • Recherche in Archivbeständen,
  • Historische Studie, die bis mind. 1800 zurückreicht
  • Bezug zur quantitativen Hydrologie von Oberflächengewässern.

Die Leistungsbestandteile können auch in unterschiedlichen Projekten erbracht worden sein und in mehreren Referenzen eingereicht werden. Zum Nachweis sind wissenschaftliche Arbeiten, die hinsichtlich Art und Umfang mit Projekten vergleichbar sind, zulässig. In diesem Fall ist in Formular 311 im Feld "Aussagekräftige Projektbeschreibung" der Titel der wissenschaftlichen Arbeit zu nennen sowie ein Link zum Abruf der Arbeit oder alternativ eine Kopie dessen dem Angebot beizufügen.

Für die Zulässigkeit eines Referenznachweises muss das durchgeführte Projekt nicht vollständig abgeschlossen sein. Jedoch müssen die Leistungen, die im Rahmen des Referenznachweises angegeben werden, innerhalb des laufenden Projektes bereits durchgeführt und vom Auftraggeber abgenommen bzw. durch die Forschungseinrichtung geprüft und bestanden worden sein. Ergänzend zur Eigenerklärung gemäß Formular 304 ist je Referenz das Formular 311 Referenznachweis ausgefüllt mit vorzulegen.

Sonstige

Vorlage der entsprechend ausgefüllten Eigenerklärung Zuverlässigkeit gemäß Formular 303. Vorlage der unterzeichneten Eigenerklärung gemäß Formular 305a oder 305b nach dem rheinland-pfälzischen Landesgesetzes zur Gewährleistung von Tariftreue und Mindestentgelt bei öffentlichen Auftragsvergaben (Landestariftreuegesetz - LTTG), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 26. November 2019 (GVBl. S. 334).

Wesentliche Zahlungsbedingungen

Die Zahlung des Rechnungsbetrages erfolgt nach Erfüllung der Leistung. Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage nach Eingang einer prüffähigen Rechnung. Angebotene Skonti werden berücksichtigt. Im Übrigen gelten die Regelungen des § 17 VOL/B.

Schlusstermin für den Eingang der Angebote: 03.07.2026 um 10:00 Uhr
Bindefrist des Angebots: 07.08.2026

Zusätzliche Angaben

Fachlich-Inhaltliche Nebenangebote sind nicht zugelassen. Kaufmännische / wirtschaftliche Nebenangebote in Form von SKONTO-Gewährungen gemäß Preisblatt (Formulare 302) sind zulässig.

Die Kommunikation zwischen der Vergabestelle und den Bietern während des Vergabeverfahrens erfolgt ausschließlich über die von der Vergabestelle verwendete Vergabeplattform (www.vergabe.rlp.de).

Die Ausschreibungsunterlagen enthalten nach Ansicht des Auftraggebers alle Informationen, die zur Erstellung eines bedarfsgerechten Angebotes erforderlich sind. Falls sich dennoch Rückfragen ergeben, deren Klärung dem Bieter unverzichtbar erscheinen, sind diese bis zum 25.06.2026 auf der Vergabeplattform zu stellen. Die darauf erteilten Auskünfte werden dann allen Bietern in anonymisierter Form ausschließlich auf der Vergabeplattform zur Verfügung gestellt.

Bekanntmachungs-ID: CXPDYYHYKAA

Veröffentlichung

Geonet Ausschreibung 203494 vom 09.06.2026